
NIS2 OT‑Security‑Richtlinie
Die NIS2 OT‑Security‑Richtlinie definiert die technischen, organisatorischen und prozessualen Anforderungen zur Sicherstellung der Cyber‑ und Betriebssicherheit industrieller Anlagen gemäß der NIS2‑Richtlinie.
Sie bildet die zentrale Grundlage für den Schutz von Produktionsanlagen, Steuerungssystemen (SPS/PLC), SCADA‑Umgebungen, OT‑Netzwerken und kritischen industriellen Prozessen.
Das Dokument bildet die Vorlage für eine ausgearbeitete OT‑Security‑Governance inklusive:
– Zweck, Geltungsbereich und normative Grundlagen (NIS2, IEC 62443, ISO 27001:2022, BSI‑Grundschutz, IT‑SiG, KRITIS‑Vorgaben)
– Definitionen zentraler OT‑Begriffe (OT, ICS, SPS/PLC, HMI, SCADA)
– Grundprinzipien der OT‑Security (Safety first, Isolation, Zero‑Trust‑OT, minimale Angriffsfläche, Nachvollziehbarkeit, Stabilität vor Geschwindigkeit)
– Ausgearbeitete OT‑Netzwerkarchitektur nach IEC 62443 (Enterprise Zone, DMZ, Control Zone, Field Zone, Safety Zone)
– Anforderungen an OT‑Netzwerktrennung, Firewalls, Segmentierung und Jump Hosts
– OT‑Zugriffskontrolle (MFA, PAM, rollenbasierte Zugriffe, keine Shared Accounts, zeitlich begrenzte Dienstleisterzugänge)
– OT‑Härtung (Deaktivierung unnötiger Dienste, Passwortschutz, Logging, physischer Schutz, sichere Firmware, Segmentierung)
– OT‑Patch‑Management (Testpflicht, Freigabeprozesse, Rollback‑Anforderungen, Fristen nach Kritikalität)
– OT‑Monitoring (Netzwerkverkehr, Steuerbefehle, Firmware‑Änderungen, Remote‑Zugriffe, OT‑IDS‑Alarme)
– OT‑Incident‑Management (Eskalationsstufen, Safety‑Priorität, Meldepflichten, Isolation durch OT‑Personal)
– OT‑Backup & Wiederherstellung (tägliche Backups, immutable Speicherung, Offsite‑Backups, Restore‑Tests)
– OT‑Lieferketten‑Sicherheit (SBOM, sichere Firmware‑Updates, MFA für Dienstleister, Jump Host‑Zugänge)
– Pflichtdokumentation (OT‑Asset‑Inventar, Netzwerkpläne, Konfigurationen, Backup‑Protokolle, Incident‑Reports, Patch‑Dokumentation)
– KPI‑Set zur Bewertung der OT‑Security (Inventarabdeckung, Patch‑Abdeckung, Backup‑Erfolgsquote, Incident‑Reaktionszeit, Segmentierungsgrad)
– Risiken bei Nichteinhaltung (Produktionsausfälle, Manipulation, Safety‑Risiken, Ransomware‑Ausbreitung, NIS2‑Bußgelder, Haftungsrisiken)
– Vorgaben zur jährlichen Überprüfung und Aktualisierung
Die Richtlinie ist so strukturiert, dass Auditoren, Behörden und interne Prüfinstanzen die OT‑Security‑Fähigkeit der Organisation ohne Interpretationsspielräume nachvollziehen können.
Sie ist direkt in die ISMS‑, BCM‑, Risiko‑ und NIS2‑Prozesslandschaft integrierbar und bildet die Grundlage für Resilienz, Compliance und sichere industrielle Produktionsumgebungen.
Zielgruppe:
Industrieunternehmen, KRITIS‑ähnliche Organisationen, NIS2‑betroffene Einrichtungen, OT‑Security‑Teams, Produktions‑IT, interne ISMS‑Teams.